Walzwerk von Eberhard Hoesch in Lendersdorf um 1838
Die in der Eifel vorwiegend in den Kreisen Schleiden und Düren angesiedelte Eisenindustrie sah sich im Zuge der Industriellen Revolution von ähnlichen Phänomenen betroffen. Es handelt sich hierbei ebenfalls um teilweise sehr alte, bis in die römische Antike zurückreichende Wirtschaftsstandorte, die sich bis ins 19. Jahrhundert auf die Kombination der Erzvorkommen mit Wasserkraft und Brennstoff für die Verhüttung stützen konnten. Im Verlauf der Industrialisierung wurden die ursprünglichen Standortvorteile allerdings zu entscheidenden Wettbewerbsnachteilen: Holzkohle wurde nach Erschöpfung der Wälder zunehmend knapp und teuer, schließlich verdrängte die Steinkohle den traditionellen Energieträger aus ökonomischen und produktionstechnischen Gründen. Viele Erzlagerstätten waren indes erschöpft oder nur noch unter hohem Kapitalaufwand auszubeuten, so dass die sich immens verstärkende Konkurrenz neuer Industriestandorte im In- und Ausland drückend wurde. Zudem verlangte die geänderte Nachfragestruktur in der Industrialisierung vor allem nach Schienenmaterial für die Eisenbahn, einem Produkt, für das hochwertiges Eifeler Eisen kaum geeignet war. Schließlich löste die Dampfmaschine als moderne Kraftquelle - ebenfalls kapitalintensiv und nur unter optimalen Betriebsbedingungen einsetzbar - die Wasserkraft ab. Infolge dessen starben mit den Eifeler Hochöfen die dortigen Gruben noch vor Beginn des 20. Jahrhunderts. Zurück blieb an einigen Standorten die Metallverarbeitung, etwa der branchenorientierte Spezialmaschinenbau, während bislang zweitrangige Wirtschaftszweige die Funktion regionaler Leitsektoren übernahmen. Derartige Prozesse sollten dazu beitragen, dass die Papierindustrie im Raum Düren - ausgehend von den dort bereits vorhandenen Betrieben - im 19. und 20. Jahrhundert einen ihrer bedeutendsten Standorte entwickelte.