Sonderfall Blei
Allein der Bleierzbergbau in der Region existierte bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Stolberger Bezirk wurde die Bleiförderung bedingt durch die gemengeartige Lagerung der Erzvor-kommen meist auf oder in der Nachbarschaft von Zink- oder Eisenerzgruben betrieben. Schon im 19. Jahrhundert konnte sie allerdings die Rohstoffbasis der bleiverarbeitenden Gewerbe nicht mehr aus-schließlich gewährleisten. Die Verhüttung und Verarbeitung des Metalls blieb jedoch, nicht zuletzt wegen des hohen technischen Entwicklungsstandes, mit Hilfe von Rohstoffimporten bis nach dem Zweiten Weltkrieg wettbewerbsfähig. So zählt gegenwärtig die Bleihütte Binsfeldhammer in Stolberg, heute Teil der Berzelius Stolberg GmbH, noch immer zu den größeren deutschen Bleiverarbeitern. Der Bleibergbau indes endete mit der Einstellung des Abbaus der Lagerstätte Maubach im Jahr 1969. Eine ähnliche Entwicklung nahmen die Standorte in den Kreisen Düren und Euskirchen: Die zunächst vorhandene Erzbasis hatte die Entwicklung der Industrie angestoßen. Schon um das Jahr 50 v. u. Z. betrieben die Römer in Mechernich den Bleierzbergbau in Mechernich. Über mittelalterliche Be-triebsstrukturen entwickelte sich die Region bis ins 19. Jahrhundert zu einem frühindustriellen Berg-baustandort. Die Gründung des Mechernicher Bergbau Actien Vereins im Jahr 1859 schließlich ent-fesselte eine bis kurz vor den ersten Weltkrieg währende Blütephase, die freilich zwischen Kriegen und Wirtschaftskrisen in den Niedergang des Bleibergbaus an diesem alten Standort mündete. Nach Rückgang und Ende der heimischen Förderung, die Bleivorkommen bei Mechernich wurden bis 1957 ausgebeutet, sorgte das technische Know-how für den Erhalt der Verhüttungs- und Verarbeitungsbe-triebe auf Importbasis bis im Zuge des allgemeinen Strukturwandels in den 1960er und 1970er Jahren die Bleiverhüttung ebenfalls weitgehend eingestellt werden musste.
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